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Informationen zum Verein mach-politik.ch

Impressionen von George Orwells Geburtstag

Am 25. Juni 2016 feierten Aktivisten von mach-politik.ch George Orwells Geburtstag mit Kuchen und Schaumwein. Passanten wurden zum Feiern eingeladen und Unterschriften gegen das Büpf-Referendum wurden gesammelt:

Kurz vor dem Start:

Vorbereitung von George Orwells Geburtstagsfeier

Es ist fast soweit:

Die Plakate hängen:

ein rotes Plakat mit George Orwell und ein schwarzweisses Plakat

Wir stossen an:

Eine Gruppe Aktivisten stösst mit Schaumwein und Kuchen auf George Orwells Geburtstag an.

Unterschriftensammlung:

Ein improvisierter Tisch, wo ein junger Mann Unterschriften sammelt und mit Passanten spricht.

Passanten feiern mit uns:

Menschen trinken und reden miteinander

Es war ein schöner Tag und ein erfolgreicher Anlass! Hoch lebe George Orwell!

Feiert mit uns George Orwells Geburtstag

Liebe Politikinteressierte

Am nächsten Samstag, 25. Juni 2016 feiern wir ab 16.00 Uhr mit einer politisch/kreativen Aktion den 113. Geburtstag des grossen Schriftstellers. Der offene Anlass findet an der neuen Rheinpromenade im St. Johann in Basel statt.

George Orwell ist der Autor des dystopischen Romans „1984“ der eine tyrannische Überwachungsgesellschaft beschreibt.

BIG BROTHER IS WATCHING YOU

george-orwell a5 zeit und ort

Die offene Feier soll auf die Überwachungsbestrebungen durch Unternehmen und Staaten, auch innerhalb der Schweiz, aufmerksam machen. Unter anderem bietet der Anlass bei entspannter Atmosphäre Sekt, Kuchen, Blitzlichtgewitter, kreative Aktionen zum Mitmachen, die Gelegenheit Fragen zu beantworten und das Referendum gegen das neue Überwachungsgesetz (BÜPF) zu unterschreiben, welches Staatstrojaner und generelle Mobilfunküberwachungsanlagen (IMSI-Catcher) erlauben möchte.

Schatzmeister/-in gesucht!

Wir suchen per 25. Januar 2016  eine zuverlässige, sympathische und politisch interessierte Person als Schatzmeister/-in für unseren Verein.

In dieser verantwortungsvollen Position verwaltest Du unser Geld, rechnest genau, bist sparsam und sorgst dafür, dass unsere Finanzen gesund sind und bleiben.

Kenntnisse in Buchhaltung sind von Vorteil, aber nicht Bedingung.

Mitgliederversammlung 2016

Liebe Freunde von mach-politik.ch

Wir laden ein zu unserer jährlichen Mitgliederversammlung. Sie findet statt am:

Montag, 25. Januar 2016, 20.00 Uhr
an der Sevogelstrasse 123 in Basel.

Alle Mitglieder und Interessenten sind herzlich willkommen!

Für den Vorstand
Barbara Seiler
Präsidentin

Gesundheitswesen und Vorsorge

eine Position von Nationalratskandidatin Barbara Seiler
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Sie sitzen mit einem Freund gemütlich zusammen und er erzählt Ihnen :“Stell dir vor, ich mach jetzt was ganz Neues – ich hab angefangen, finanzielle Vorsorge zu treiben. Ich schau ab sofort einmal pro Jahr meinen Kontostand an!“

Nachdem Sie sich von Ihrem Lachanfall erholt haben – denn schliesslich, das weiss jedes Kind, besteht Vorsorge nicht darin, lediglich den Status Quo zu überprüfen, sondern vor allem darin, ein Kapital aufzubauen, das in schlechten Zeiten das Schlimmste abfedert und Katastrophen verhindert – stellen Sie sich womöglich die Frage, warum „Vorsorge“, sobald sie im Zusammenhang mit Gesundheit genannt wird, genau das meint: ein mehr oder weniger regelmässiges Überprüfen des Status Quo; und nicht etwas Massnahmen, um die Situation zu verbessern.

Vorsorge ist nicht Früherkennung
Im heutigen Gesundheitswesen bedeutet das Wort „Vorsorge“ in der Regel, dass versucht wird, Krankheiten wie zum Beispiel Krebs in einem frühen Stadium zu entdecken, wenn sie noch leicht zu behandeln sind. Klingt gut – hat aber durchaus auch seine Schattenseiten, zum Beispiel jene, dass auch Menschen in Angst und Schrecken versetzt und womöglich behandelt werden, die eigentlich gesund sind. Wobei gerade bei Krebs die Behandlungen selbst kein Spaziergang sind. Der Nutzen solcher Programme ist teils fraglich, die Kosten sind hoch, der Aufwand ist gross.

http://www.beobachter.ch/justiz-behoerde/buerger-verwaltung/artikel/mammografie_screening-gegen-brustkrebs-ja-oder-nein/

Was Vorsorge im echten Sinn betrifft – sprich das, was im Finanziellen der regelmässigen Sparrate entspricht, die Kapital aufbaut – können die meisten von Glück reden, wenn ihre Ärztin kurz murmelt „essen Sie mehr Gemüse und machen Sie mehr Sport“. Aber so etwas wie eine systematische Beratung und Hilfestellung zum Thema „wie erhalte ich meine Gesundheit?“ findet selten statt – auf alle Fälle kaum je, ausser ein Patient fragt ausdrücklich danach und will Details wissen.

Vorsorge erfordert Verantwortungsbewusstsein

Gesundheitliche Vorsorge im echten Sinn des Wortes – also alle jene Massnahmen, die dafür sorgen, dass ein Mensch bis ins Alter gesund bleibt bzw die sich entwickelnden Zipperlein sich in Grenzen halten oder nur milde verlaufen – erfordern natürlich, dass der Mensch selbst für sich sorgt und seine eigene Gesundheit ernst nimmt. Die wichtigsten Massnahmen wie: genügen Schlaf, nahrhaftes, gutes Essen, dem Wetter angemessene Kleidung, konstruktive Beziehungen, ein dichtes soziales Netz, regelmässige Bewegung, genügend Ruhe und Pausen… das müssen alle selbst tun.

Die Aufgabe der Politik
Was soll die Politik denn da noch tun? – vieles! Allerdings sind die meisten sinnvollen Massnahmen nicht direkt solche, die mit Ärzten, Spitälern oder Krankenkassen zu tun haben, sondern solche, die die Umgebung gesünder gestalten, also solche, die Stressfaktoren ausschalten.

Einige Beispiele für mögliche Massnahmen:
– Lichtverschmutzung bremsen – nachts soll es dunkel sein! – hilft für besseren Schlaf
– späterer Schulbeginn für Teenager – dürfte nicht nur der Gesundheit, sondern auch den Schulleistungen auf die Sprünge helfen
– Street-Workouts, Spielplätze, Bewegungsräume überall in der Öffentlichkeit – nicht nur für Kinder, auch für Erwachsene. (da wird in Basel schon einiges getan, das ist grossartig! bitte mehr davon!)
– sinnvolle Lenkungssteuern auf Lebensmittel – zB 1% MWSt pro Zutat in einem Produkt – macht frisches, eigenes Kochen billig und stark verarbeitete Industriennahrung mit ellenlangen Zutatenlisten teuer.
– Kochen in der Schule – wird fürs Leben gelernt und fürs Leben davon profitiert
– in Gebäuden muss man Fenster öffnen können, für frische Luft in allen Lebenslagen. Ja, auch im Büro während der Arbeit. Klingt selbstverständlich, ist es aber nicht.
– Auf Zigarettenschachteln nicht mehr die angsterregenden Hiobsbotschaften – lieber Gesundheitstips. Zum Beispiel „Treppen steigen macht fit“ oder „wie schnell rennen Sie 100 m?“
– und noch vieles mehr

Das ist nicht die Aufgabe der Politik

Nicht die Aufgabe der Politik ist es, die Bürger/-innen im Detail zu überwachen. Ob jemand eine Schwäche für Fussball-Grümpelturniere hat (und sich dort die Knie kaputt schlagen lässt) oder lieber Weindegustationen besucht (die arme Leber!) oder vielleicht Ausgang in Clubs präferiert (die Ohren! die Ohren!) – muss allen selbst überlassen bleiben, und das Solidaritätsprinzip der Krankenkassen erhalten bleiben.

die lebensnotwendige Schönheit der Architektur

eine Position von Nationalratskandidatin Barbara Seiler

Das Mit­tel­al­ter war eine har­te, schwie­rige Zeit: Kälte, Hun­ger, Ar­mut, Fol­ter, Seu­chen, Raubüberfällen, Leib­ei­gen­schaft…​​ ich bin froh, in der kom­for­ta­blen Mo­derne zu le­ben, mit Men­schen­rech­ten, Bil­dung, Des­in­fek­ti­ons­mit​​­teln, Kühlschränken und flies­send heis­sem Was­ser!

Allerdings,​ es gibt mindestens eine Sache, die unsere Vorfahren im Mittelalter deutlich besser hinkriegten als wir heutigen: die lebensnotwendige Schönheit der Architektur.

Wenn Häuser das Herz berühren…
Irgendwie schafften es die Leute im Mittelalter, mit all den Problemen, die sie hatten, Häuser zu bauen, deren Schönheit uns heute noch das Herz zu Tränen rührt. Und nein, das betrifft nicht nur die Paläste: ganz normale Wohnhäuser von ganz normalen Leuten haben das gewisse Etwas, das Walt Disney dazu inspiriert, diese Art Häuser in seinen Filmen darzustellen, das Touristen dazu bringt, fleissig zu fotografieren, und Einheimische, sich die schönsten Gebäude ihrer Heimatstadt tätowieren zu lassen, und ja, auch als Wohnungen und Arbeitsplätze sind sie begehrt und werden heiss und innig geliebt.

… oder auch nicht

Leider trifft dies auf die meiste moderne Architektur nicht zu. Egal ob es sich um Billig-Plattenbauten handelt oder um prestigeträchtige Objekte weltbekannter Architekten: das Allermeiste ist kalt, steril, unangenehm, vermittelt keine Gemütlichkeit und keine Geborgenheit.

Ist das wirklich das Beste, was unsere moderne, aufgeklärte, reiche Gesellschaft zustande bringt? Können wir das nicht besser?

Schönheit ist nicht Geschmackssache
Die architektonische Schönheit, die unser Herz berührt, ist eine objektive Qualität – nicht beliebig und frei wählbar. Wenn Schönheit beliebig wäre, müssten viel mehr Tiefgaragen mit niedrigen Decken, trüben Neonlampen und Ölflecken auf dem Boden als Ikonen architektonischer Schönheit verehrt werden! – bloss, irgendwie passiert das einfach nie.

die Schönheit, die ich meine, ist tief in der Biologie des Menschen verankert – das Empfinden von Schönheit zeigt uns Orte an, wo es möglich ist, ganz sich selbst zu sein. „Hier bin ich Mensch, hier darf ich’s sein!“ ruft es sich so viel leichter in mittelalterlichen Gassen statt in einem modernen Bürogebäude.

Mittela​​lterliche Gebäude haben Qualitäten, die wir auch in der Natur finden: Es gibt in der Regel lokal immer gleiche Typen von Gebäuden – von denen jedes aber ein bisschen anders ist, jedes an seinen Ort angepasst ist, so wie ein Wald viele Bäume derselben Sorte hat, aber kein Baum ist genau gleich wieder andere.

Oft strukturieren alte Häuser winzige Räume optimal, jede Ecke ist nutzbar und nützlich, es gibt keine toten Flächen – SO geht verdichtetes Bauen!

Es entstehen Wohnungen, die durchaus einfach sein können, klein, vielelicht sogar sehr klein – aber sie sind menschlich, und sie tun alles, was ein Haus tun muss, nämlich den Körper des Menschen schützen und seinen Geist friedlich machen.

Moderne Gebäude – objektive Hässlichkeit
Die modernen Gebäude sind leider im Schnitt so hässlich, dass man schon froh sein muss, gelegentlich eins zu treffen, das nicht ganz so schlimm ist wie die andern. Auch hier ist die Hässlichkeit keine Geschmackssache: moderne Gebäude haben in aller Regel Hunderte, Tausende von Details, die bei den Bewohnern und Benutzerinnen Stress hervorrufen.

Stress ist hier im grundlegenden körperlichen Sinn gemeint: viele moderne Gebäude wecken ständige Kampf/Flucht-Reaktion​​en bei den Benutzern und Benutzerinnen, und mit der Zeit zehrt das an der Gesundheit. Das können Lichter sein, die blenden; zu trockene Luft durch Klimaanlagen; automatische Haustechniksysteme, sodass zB Sonnenstoren nicht individuell eingestellt werden können; lange dunkle Gänge; Konferenzräume mit schlechten akustischen Eigenschaften; übergrosse Fenster, die das ganze Privatleben ausstellen; fehlende Sitzgelegenheiten, Bänke, Mäuerchen; schneidende Winde rund um Hochhäuser; Fenster, die sich nicht öffnen lassen…

Massnahmen​​ zur Verbesserung
Hier sind einige Ideen, in welche Richtung Massnahmen gehen könnten, damit wir endlich wieder mal auf breiter Basis Wohnungen und Häuser haben, die diesen Namen auch verdienen:

Bauen für die Ewigkeit

Ressourcen sind selten und kostbar – entsprechend verantwortungsvoll wollen wir mit ihnen umgehen! Eine der wirksamsten Massnahmen für Nachhaltigkeit ist bestimmt, alles, was man baut, solide und langlebig zu bauen, sodass wir als Gesellschaft unseren Nachkommen ein positives, nützliches Erbe hinterlassen können und nicht bloss riesige Haufen von Schrott und Sondermüll. Also: Pflästert eure Strassen, fragt nach langlebigen, leicht reparierbaren Materialien, baut nicht nur für euch, sondern auch für die Urururenkel, die einst unsere Bauten benutzen werden!

Nutzerbedürf​​nisse konsequent berücksichtigen

Wenn heute über Architektur geschrieben und gesprochen wird, fallen viele Stichworte wie „interessant, originell, skulptural“ Etwas weniger oft – viel zu wenig – wird die Frage erörtert, wie es sich denn in diesen skulpturalen Interessantheiten lebt und arbeitet? Und wie es den Leuten geht, die sich bei und neben dem Gebäude bewegen? Wenn Architektur konsequent im Dienst der Menschen wäre, die ein Gebäude, ein Dorf, eine Stadt bewohnen, die Welt sähe heute deutlich anders aus, als sie aussieht. Gebäude müssen keineswegs originell oder aussergewöhnlich sein – es reicht meist schon, wenn sie ganz normal angenehm und liebenswürdig sind.

Stärkere demokratische Kontrolle bei der Raumgestaltung

Inzwisc​​hen hatten wir alle mehr als genug Gelegenheit, zu sehen, was herauskommt, wenn private Investoren bauen: Seelenlose, kalte Glas-Beton-Stahl-Mons​​ter, tote Quartiere, Gewalt und Kriminalität. Da der Boden und somit auch der verfügbare Wohn- und Arbeitsraum in der Schweiz eine sehr knappe Ressource ist, gehört diese Ressource im Sinne des Gemeinwohls durch demokratisch legitimierte Stellen verwaltet, und nicht durch Private, die in erster Linie für persönlichen Profit arbeiten. Da gilt sowohl bei Regeln fürs Neubauen, fürs Umbauen, aber auch für Vermietungen.

Es geht auch einfach

Gutes Leben muss nicht teuer sein. Wenn intelligent verdichtet gebaut wird – Vorbilder haben wir ja genug in unsern Altstädten – ist auch auf wenig Platz eine Menge Lebensqualität möglich. Ebenso braucht nicht jede Küche alle elektrischen Gadgets, um wohnlich zu sein – es ist sehr wohl möglich, das Geschirr per Hand zu spülen. Nicht jede neue Wohnung braucht den maximalen Ausbaustandard!

Neue​​ Lebensformen
Noch nie haben so viele Leute allein gewohnt wie wir heute. Das ist nicht unbedingt sinnvoll, denn jede einzelne Wohnung mit dem üblichen Zubehör zu bauen, kostet Platz und Geld. neue gemeinschaftliche Wohnformen, die sich an die alten Grossfamilien-mit-Anh​​ang anlehnen, dürften nicht nur mehr Lebensqualität bieten, sondern gleichzeitig weniger Platz und Geld benötigen.

Alte und junge Leute, grosse und kleine Wohnungen

Viele alte Leute bleiben im Haus oder der Wohnung, wo ihre Kinder aufgewachsen sind. Irgendwann ist diese Wohnung eigentlich zu gross, aber dennoch bleiben sie drin – ist ja verständlich, in der gewohnten Umgebung, mit den gewohnten Möbeln, im gewohnten sozialen Umfeld. Andererseits gibt es viele junge Leute, die eine Wohnung suchen, aber kaum eine finden. Es könnte nützliche Zusammenarbeiten geben: alte Leute lassen junge Leute für eine günstige Miete und Hilfe im Haushalt bei sich wohnen – und gewinnen dazu noch etwas nette Gesellschaft. Ein Gewinn für alle!

Pendlerabzug abschaffen – zu Fuss arbeiten gehn

Eine Position von Nationalratskandidatin Barbara Seiler

Pendeln belastet

Pendeln gehört für viele zum Alltag Und das nicht darum, weil alle es so grossartig finden, sich täglich in überfüllte S- oder Autobahnen zu quetschen und darauf zu warten, bis das Fahrzeug endlich freie Bahn hat – sondern weil es für die meisten Leute anders gar nicht möglich ist.

Dort, wo es Wohnungen hat, hat es keine Arbeit. zumindest keine bezahlte Arbeit.
Dort, wo es Arbeit hat, hat es keine Wohnungen. zumindest keine bezahlbaren Wohnungen.

Also schlucken Herr Schweizer und Frau Schweizerin die Kröte, suchen für sich eine Lösung, die die Nachteile der unterschiedlichen Lebensformen einigermassen in der Waage hält – und leiden am Pendeln. Wer länger als 50 min oder 80 km pendelt, wird unglücklich und krank.

Und natürlich braucht Pendeln Energie, macht Lärm, frisst Zeit, kostet Geld, entfernt Familien voneinander, sorgt für soziale Segregation… es ist nicht sinnvoll, eine Gewohnheit mit so vielen Nachteilen durch Steuerabzüge zu fördern.

Leute pendeln trotzdem

Abgesehen von den grundlegenden Notwendigkeiten – alle brauchen eine Wohnung, alle brauchen ein Einkommen – gibt es natürlich positive Gründe, warum Menschen sich dazu entscheiden, zu pendeln. Wer in der Stadt arbeitet, mit ihrer Enge und Belastung von Lärm, freut sich darauf, am Abend ins Grüne zu fahren. Eltern mit kleinen Kindern haben Bedenken, ihr Kind in die multikulti-Stadtschule zu schicken, und vermuten, auf dem Dorf bessere Chancen für ihr Kind zu finden, bessere Schulen, weniger Gewalt, als in der Stadt.

Das sind legitime Anliegen, wichtige Anliegen – aber die können auch durch andere Massnahmen gefördert werden, als durch Pendlerabzüge.


Wie es sein könnte

Es könnte sein, dass es wieder normal wird, zu Fuss ins Geschäft zu gehen – oder mit dem Velo. Wer heute eine halbe Stunde mit dem Auto pendelt und während der Fahrt den Tag verarbeitet und den Kopf leert, erreicht dasselbe Ziel gewiss auch durch einen halbstündigen Spaziergang auf dem Heimweg.

Es könnte sein, dass es wieder normal wird, dass Eltern und Kinder sich am Mittag zuhause um den Mittagstisch treffen – weil ja alle nur kurze Wege von der Arbeit, von der Schule, zu gehen haben.

Es könnte sein, dass Kinder nach der Schule kurz bei Mama in die Werkstatt oder bei Papa im Büro in eine ruhige Ecke sitzen, dort die Hausaufgaben machen, und dann nach Feierabend alle zusammen nach Hause gehen.

Es könnte sein, dass Kinder bedenkenlos auf den meisten Strassen spielen können – weil es so wenig motorisierten Verkehr hat.

Schwerpunkte, Massnahmen. einige Ideen.

Um von der heutigen pendlerlastigen Schweiz schrittweise zu einer Schweiz zu kommen, wo die meisten Wege ohne motorisierte Vehikel bewältigt werden, sondern zu Fuss, mit dem Fahrrad, mit dem Trottinett… ist die Reduzierung und Abschaffung des Pendlerabzugs eine sinnvolle Massnahme.

Aber es ist natürlich nicht die einzige Massnahme, sondern es benötigt Bündel von Massnahmen und Adjustierungen, die in die richtige Richtung gehen. hier einige Ideen zum Weiterdenken:

– mehr Wohnraum in den Städten; politische Kontrolle und detaillierte Regulation der Landnutzung und der Bebauung besonders in den Kernstädten im Sinne des Gemeinwohls.

– Steuererleichterungen bzw andere Vorteile für Firmen, die Mitarbeiter anstellen, die im gleichen Postleitzahlgebiet wohnen, in dem sich auch der Arbeitsort befindet. Kurze Wege sollen belohnt werden!

– Anbau von Nahrungsmitteln auch in der Stadt verkürzt Transportwege und vermindert Transportbedarf

– Zonenplanungen, die gemischte Gebiete mit Wohnen UND Arbeiten ermutigen

– neue direktdemokratische Rechte nicht nur auf der Ebene der Gemeinde, sondern auch in kleineren Einheiten – im Quartier, in der Nachbarschaft, sodass Lebensräume von den Betroffenen möglichst direkt gestaltet werden. am Gemeinwohl orientiert, nicht am privaten Profit orientiert.

Zukunftsmusik

Eine solche Schweiz ist natürlich Zukunftsmusik – doch jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt, und nur wenn man ein klares Bild davon hat, wohin es gehen soll, kann man entscheiden, welche Massnahmen in die richtige Richtung gehen.

Nicht zuletzt wäre ein Alltag, der grösstenteils unmotorisiert funktioniert, eine grosse Erleichterung für alle jene, die gute Gründe haben, motorisiert unterwegs zu sein: sei das die freie Fahrt für Taxis, Ambulanzen, Polizei, Warentransporte – sei es, dass man bequem im Zug Platz findet – oder auch, dass es wieder ein grosses, weil seltenes, Vergnügen sein kann, mit dem Auto in die Ferien zu fahren.

schütze Deine Gesundheitsdaten, zahle bar!

Seit Ed­ward Snow­den wis­sen wir, was viele schon längst ge­ahnt ha­ben: wir wer­den ständig heim­lich überwacht. Wir alle. Ja, auch Du. Ja, auch wenn Du Dich eine unauffällige, fleis­si­ge, staats­tra­gende Bürgerin bist, die nie ein Ge­setz ge­bro­chen hat.

Niemand weiss, was mit diesen Daten geschieht, wer alles darauf Zugriff hat, auf welche Weise sie benutzt werden in der Zukunft… gegen uns selbst? Vielleicht gegen unsere Kinder, unsere Freunde, unsere Arbeitskollegen? morgen schon, oder erst in fünfzig Jahren? unter der heutigen Gesetzeslage, oder vielleicht den Gesetzen von morgen, die wir heute noch nicht kennen – was heute legales und völlig gewöhnliches, unproblematisches Verhalten ist, ist es morgen vielleicht nicht mehr?

Wie können wir uns, als gewöhnliche Bürger und Bürgerinnen, gegen diese umfassenden, anonymen und abstrakten Vorgänge schützen?

Warum Gesundheitsdaten wichtig sind

Wer nicht auf der sprichwörtlichen einsamen Insel leben will, wird nicht darum herum kommen, gewisse Informationen von sich preiszugeben: die Positionsdaten, die aufgezeichnet werden, wenn ein Mobiltelefon sich bei den Übermittlungsmasten an- und abmeldet… die Bilder, die von Überwachungskameras aufgezeichnet werden, wenn man an einer Bank, einem Laden vorbei spaziert, oder wenn man einkaufen geht. Die Daten, die ein Arzt via Internet mit Krankenkassen oder andern Ärzten austauscht. Die Liste der Suchworte auf dem Internet. und so weiter, und so fort.

Von all den vielen Daten und Informationen, die im Lauf eines gewöhnlichen Alltags aufgezeichnet werden, gehören Daten zum körperlichen Befinden zu den intimsten – und zu jenen mit der längsten Reichweite in die Zukunft.

Einige Informationen haben „nur“ Peinlichkeitswert; wie zum Beispiel die Tatsache, dass ein Mann zu frühzeitigem Ejakulieren neigt. Ist nichts Böses, nichts Verbotenes, will aber wohl trotzdem kaum jemand in der Öffentlichkeit bekannt und diskutiert wissen.

Andere Informationen können das Leben teifgreifend beeinflussen: wie wird wohl ein Arbeitgeber reagieren, wenn er zum Beispiel erfahren sollte, dass ein Bewerber für eine neue Stelle eine Mutter hat, die an einer schweren vererbbaren Krankheit litt und früh gestorben ist? – da wird es nur wenige geben, die der Versuchung widerstehen können, einen netten Absagebrief zu schreiben des Inhalts „eine andere Person erfüllt unsere Anforderungen besser, viel Glück bei der weiteren Stellensuche“, einfach um sicherzugehen, nicht jemanden anzustellen, der vielleicht bald krank wird und stirbt – und der Bewerber wird in seinem Leben nie erfahren, was genau den Ausschlag gegeben hat für die Absage. Aber die Stelle kriegt er nicht.

Utopie? – vielleicht. vielleicht nicht. Wer weiss das heute schon?
Gibt es Firmen und Institutionen, die das heute schon machen? vielleicht. vielleicht nicht. Wer weiss das heute schon?

Gibt es Firmen und Institutionen, die diese Sorte Information gern zur Verfügung hätten und dafür auch gutes Geld zahlen würden? – aber sicher!

Darum:

Date​nsparsamkeit – führe sie nicht in Versuchung!

Datenspa ​rsamkeit bedeutet in erster Linie: jene Daten, die nie festgehalten werden – auf Papier festgehalten, oder digital festgehalten – können auch nicht analysiert, verarbeitet, verkauft oder gestohlen werden.

Die grösste Mengen an Daten, die etwas über die Gesundheit einer Person aussagen, entstehen beim Einkaufen: die Lebensmittel, die man wählt und oft kauft: Frisches oder aus der Tiefkühltruhe? Viel Fleisch, viel Käse oder vegan? Fettes oder Fettreduziertes? Regelmässige Käufe von Alkohol? von Tabakwaren? Rezeptpflichtige Medikamente? – alle diese Informationen sind äusserst aussagekräftig – auch wenn ihre Aussage nicht immer notwendigerweise richtig interpretiert wird.

Ist die Frau, die jede Woche fünf Harassen Bier kauft, schwere Alkoholikerin, oder einfach zuständig für die Bar im Vereinslokal?

Wenn ein Mann im Supermarkt nur Pasta und Öl kauft – ernährt sich der tatsächlich so billig und einfach, oder kauft er das Gemüse und die Früchte lieber in besserer Qualität auf dem Wochenmarkt?

zahle bar, nicht mit Karte

Es lässt sich nicht vermeiden, dass beim Einkaufen ein detaillierter Einkaufszettel entsteht.

Es lässt sich aber vermeiden, dass der Einkauf Dir persönlich zugeordnet wird –  durch das Zahlen mit Bargeld statt Karte.

Wer regelmässig die täglichen Einkäufe mit Karte zahlt, hinterlässt nicht eine Datenspur, sondern eine regelrechte Datenautobahn, eine Unmenge von Daten – wer immer diese Daten in die Finger bekommt (durch Sammeln, Kaufen, Stehlen…), wird einen detaillierten und intimen Einblick in Dein Leben haben – und dieses  womöglich zu deinem Nachteil ausnutzen. Und das alles, ohne dass Du darüber Bescheid weisst: Du bekommst die Stelle nicht, für die Du dich beworben hast – keiner sagt Dir, warum. Deine Krankenkasse erhöht die Monatbeiträge auf eine Weise, die Dir trotz der üblichen Erhöhungen massiv scheint – keiner sagt Dir, warum. Du gehst in die Ferien und wirst an der Grenze festgehalten und gründlich durchsucht – keiner sagt Dir, warum.

Darum: schütze Dich selbst, schütze Deine Familie und Freunde – zahle bar, wann immer Du kannst.